Zwei verschiedene Arbeitsrichtungen
Beim doppelseitigen Drucken entsteht aus einer Datei ein Blatt mit bedruckter Vorder- und Rückseite. Beim doppelseitigen Scannen werden dagegen beide Seiten einer vorhandenen Vorlage erfasst. Ein Gerät kann die erste Aufgabe automatisch erledigen, ohne die zweite automatisch zu beherrschen. Die Angabe „Duplexdruck“ beantwortet deshalb noch nicht die Frage nach Ihrem Scan-Stapel.
Auch ein automatischer Dokumenteneinzug sagt zunächst nur, dass mehrere Vorlagen nacheinander eingezogen werden können. Suchen Sie in der Beschreibung des konkreten Geräts nach der ausdrücklichen Unterstützung beidseitiger Scans. Bei einem passenden Einzug kann die Erfassung unterschiedlich umgesetzt sein; wichtig ist für die Auswahl zunächst, ob Sie die Blätter selbst wenden müssen und welche Vorlagen zulässig sind.
Mit einer kleinen Vorlage vergleichen
Bereiten Sie für eine Vorführung einige Blätter vor, deren Seiten eindeutig nummeriert sind. Markieren Sie zusätzlich die obere Kante. Lassen Sie daraus eine PDF-Datei erzeugen und prüfen Sie Reihenfolge, Ausrichtung und Vollständigkeit. So erkennen Sie, ob die Arbeitsweise zu den Unterlagen passt, die Sie später tatsächlich bearbeiten.
Probieren Sie dabei nicht nur einen vollständig bedruckten Stapel aus. Im Alltag können einseitige und beidseitige Schreiben zusammenkommen. Falls die Software leere Seiten entfernt, kontrollieren Sie das Ergebnis besonders aufmerksam. Eine vermeintlich leere Rückseite könnte eine schwache Notiz enthalten. Das automatische Weglassen ist nur hilfreich, wenn die für Sie wichtigen Informationen erhalten bleiben.
Wer selten doppelseitig scannt, kann einen manuellen Wendeschritt akzeptieren. Entscheidend ist dann, wie verständlich das Programm durch die zweite Runde führt und ob die Seiten anschließend richtig zusammengeführt werden. Rechnen Sie diese Handgriffe in den Ablauf ein, statt allein die Geschwindigkeit eines einzelnen Durchlaufs zu vergleichen.
Kopieren ist ein weiterer Prüfpunkt
Wenn Sie beidseitige Vorlagen auch wieder auf Papier ausgeben möchten, testen Sie genau diese Kopierfolge. Prüfen Sie nicht nur, ob das Gerät jeweils drucken und scannen kann. Die Kombination aus einseitiger Vorlage, doppelseitiger Vorlage und gewünschter Ausgabe muss sich nachvollziehbar einstellen lassen. Notieren Sie eine passende Einstellung, wenn sie im gemeinsamen Büro öfter gebraucht wird.
Schreiben Sie für die Kaufentscheidung drei getrennte Zeilen: automatischer Duplexdruck, automatischer Duplexscan und gewünschte Kopierfolge. Eine fehlende Funktion bleibt dadurch sichtbar. Das ist genauer als ein einziges Häkchen neben dem Wort „Duplex“ und verhindert einen Kauf, bei dem ausgerechnet der regelmäßig benötigte Arbeitsschritt weiterhin von Hand erledigt werden muss.



